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Montag, 16. August 2010

Von Jochen Hoff auf Duckhome //www.duckhomhttpe.de/tb/archives/8317-Tri-Tra-Trallerla-Der-Wirtschaftsaufschwung-der-ist-da.html


Das Brüderle beginnt bereits zu schunkeln. Die deutsche Wirtschaft ist im zweiten Quartal 2010 im Vergleich zum ersten Vierteljahr um 2,2 Prozent gewachsen. Brüderle sieht das stärkste Wachstum seit der Wiedervereinigung vor 20 Jahren. Allgemeines Schunkeln und dann zurück ins Weinfass.

Ach ist es nicht schön. Wachstum wo hin man sieht. Zumindest wenn man es durch ein Weinglas sieht. In der Realität ist es dann leider etwas anders. 2008 betrug das Bruttoinlandsprodukt zu den jeweiligen Preisen im 2.Quartal 622,6 Milliarden Euro. Aktuell im 2. Quartal 2010 sind es 616 Milliarden Euro. Ups. Was ist das. 6 Milliarden weniger als 2008. Warum redet da jemand von Wachstum.

Das ist ganz einfach. Wir kennen das von Kindern. Wenn die mit einer Fünf nach Hause kommen, erfährt man gleich wer alles eine Sechs hat. Brüderle und seine Statistikstrategen wenden einen anderen Trick an. Sie vergleichen nicht mit dem stärksten Jahr, sondern mit dem schwachen Vorjahr. Da sehen die Zahlen doch gleich viel besser aus. Sie werden aber natürlich nicht wahrer.

Wahr ist allerdings, dass nach all den Konjunkturmaßnahmen und der Lagerauffrischung im Export nun auch mal wieder ein gutes Quartal kommen musste. Aber das hat nichts mit Aufschwung zu tun. Im Bau sind Auftragseingänge massiv eingebrochen. Das gleiche gilt für das Baunebengewerbe und das Handwerk. Da scheint es sehr dunkel zu werden.

Aber auch dem Export droht ein herber Rückschlag. Die USA wollten eigentlich ihre Konjunkturprogramme zurückfahren, aber jetzt hat der Offenmarktausschusses (FOMC) der Federal Reserve entschieden das durch die Fälligkeit bereits gekaufter Wertpapiere flüssig werdendes Geld erneut dazu zu benutzen um Staatsanleihen zu kaufen. Man will sich also weiter an den eigenen Haaren aus dem Sumpf ziehen.

Es soll Konjunktur mit der Notenpresse gemacht werden. Die Verschuldung wird weiter ausgedehnt bis die ganze Blase platzt. Obwohl die Zahlen vom Arbeitsmarkt genau wie in Deutschland stark geschönt sind, sind sie so grausam das die Aktienmärkte weltweit einbrechen. Von den USA ist also auch auf lange Sicht kein Aufschwung zu erwarten.

Aber auch die anderen Exportkunden der deutschen Wirtschaft bieten keine Hoffnung. Innerhalb Europas zerstören die verrückten Sparmaßnahmen gegenüber den arbeitenden Menschen gerade die Wirtschaft Griechenlands. Auch wenn es noch so tolle Kredite des Bundes für deutsche Waffenlieferungen an Griechenland gibt, ist dies doch nur eine Gewinnbeschaffungsmaßnahme für das Großkapital in der Rüstung.

Fakt ist, dass die meisten Staaten sich Exporte aus Deutschland nicht mehr leisten können. Auch China dürfte wohl mittelfristig ausfallen. Trotzdem will die Bundesregierung den Export unter allen Umständen fördern. Vermutlich weil dort die meisten Bestechungsgelder und Parteispenden fließen. Innovation wird abgeschafft, Forschungsgelder fließen nur in Entwicklungen die auch ohne Förderung gemacht würden, oder nur zum Schein stattfinden.

Gleichzeitig wird das Arbeitseinkommen immer weiter gedrückt, so dass sich auch keine Binnenkonjunktur entwickeln kann. Zusammen mit den zu erwartenden Einbrüchen beim Export, haben es die Neoliberalen dann endgültig geschafft Deutschland vor die Wand zu fahren.

Natürlich überlegen die Politiker überall, ob mit einem Krieg gegen den Iran nicht Zeit zu gewinnen sei. Es stellt sich also die Frage ob etwas mehr Zeit für die Ackermänner, Obamas und Merkels wirklich ein so großes Morden wert ist.